...Grünhimmel trank ich...
...von schwarzem Sternenduft umweht...
Das folgende Tafelbild stammt aus der Werkgruppe "Das trunkene Schiff – Le Bateau ivre". Es handelt sich dabei um eine Auswahl der mehrteiligen Arbeit, welche sich bildnerisch als eine Hommage an den 1854 geborenen Schriftsteller Arthur Rimbaud lehnt. Das Suchen einer vollkommenen Sprache, das Ankommen im Unbekannten, die Tiefe des Meeres und die Unendlichkeit des Universums vereinen sich in atmosphärischer Manier auf der Bildfläche.
Sinnlich korrespondieren die Tafeln mit der Poesie von Rimbaud mittels der dafür gewählten und gesammelten Werksubstanzen (Schwefel, Russ, Erdpech, Harz, Meerwasser, Sepia, Bienenwachs, Kreide, Kohle etc.), welche im aufwändigen Prozedere aufbereitet und zur Gestaltung verwendet wurden. Das primäre Thema der Sinnlichkeit meiner Werkgruppe ist jedoch nicht die Bildoberfläche, die man wahrnimmt, sondern das, was man empfindet - die Atmosphäre. D.h. die Bildgestaltung bedingt einerseits den gestalterischen Dialog mit Substanzen und Essenzen, andererseits jedoch die sensible Wahrnehmung einer Atmosphäre, welche bei Rimbaud über die Poesie sich ausbreitet und mit meinem Wesen dekodiert resp. transformiert und in der Bildgestaltung manifestiert. |
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Gestalterisch bewegen sich die Bildoberflächen von starken haptischen Bearbeitungen mittels blossen Händen bis zum sakralen Akt des "Noli me tangere" (lat. Berühre mich nicht). Die Tafeln sprechen die Sprache der Patina, des Glanzes, der Mattheit, des Sfumato, des Kristallinen und Kolloiden. Ein atmosphärischer Wettstreit zwischen Dionysos und Apoll spielt sich auf der Bildfläche ab und bereitet sich mittels Duft und Licht im Raum aus .
Auflösung, Verdichtung, Glanz und Mattheit führen mich zur Ablösung vom materiellen Grund.
Die Reproduktion der Arbeit ist nur begrenzt möglich. Einerseits kann die Bildqualität dem Rezipienten nur ansatzweise wiedergeben werden, andererseits ist die atmosphärische Ausstrahlung, welche ja auch Raum bedingt ist, gar nicht zu fassen. Für mich jedoch ein Zeichen, dass meine Malerei nur im Original wirklich atmet.
Die weiterführende Absicht dieser Werkgruppe ist, die Bildgestaltung nicht mehr mittels eines Bildträgers festzuhalten, sondern authentischer in Form der direkten Wand-, Boden- oder Deckenmalerei mit dem Raum installativ und temporär atmosphärisch zu verweben. |